Die Denkweise von Designern
Horst Rittel
Oleksiy Radynski ist ukrainischer Filmemacher, Autor und Mitbegründer von Kinotron Group. Seine Filme experimentieren mit dokumentarischen Formen und Praktiken des politischen Kinos. Sie wurden auf Filmfestivals und in Ausstellungskontexten weltweit gezeigt. Gegenwärtig konzentriert sich Radynski auf die Untersuchung der toxischen Hinterlassenschaften des russischen Siedlerkolonialismus in Nordeurasien und seiner imperialen Kriege, einschließlich der laufenden russischen Invasion in der Ukraine. @oleksiy.radynski
Andreas Reckwitz ist Soziologe und Kulturwissenschaftler. Er ist Professor für Allgemeine Soziologie und Kultursoziologie an der Humboldt-Universität zu Berlin. Reckwitz hat maßgeblich die Entwicklung der Praxeologie als umfassende Sozial- und Kulturtheorie vorangetrieben, eine Perspektive, die auch seine einflussreichen Arbeiten zur Subjektivierung und Kreativität untermauert.
Johan Redström ist Professor für Design am Institute of Design der Universität Umeå in Schweden. Zuvor war er Studiendirektor am Interactive Institute und hatte eine Forschungsprofessur am Center for Design Research der Royal Academy of Fine Arts, School of Architecture, Dänemark. Im Jahr 2006 erhielt er den Design Studies Award, und 2009 wurde er zum Fellow der Design Research Society gewählt. redstrom.se
Marinus Reuter ist Fotograf, Autor und Forscher. Er forscht zu postphänomenologischer Ästhetik und Dokumentarfotografie und befragt den gemeinsamen Grund, auf dem sich das Missverhältnis zwischen sozial erweiterten Repräsentationsregimen und der singulären Setzung in Politik und Ästhetik darstellt. Im Mittelpunkt eigener Arbeiten stehen das Logistik- und Dienstleistungskapital und eine Sozialität, die von distributiven Techniken dominiert wird. marinusreuter.de
Horst Rittel (1930–1990) studierte von 1949 bis 1954 Mathematik und Theoretische Physik in Göttingen und arbeitete anschließend bis 1957 als Mathematiker und Physiker bei der Maschinenfabrik Deutschland AG in Dortmund. 1958 war er Mitarbeiter der Sozialforschungsstelle an der WWU Münster, wo er Mathematik und Soziologie studierte. Von 1958 bis 1963 unterrichtete er u. a. Methodologie, Informationstheorie und mathematische Operationsanalyse an der HfG Ulm und wurde zu einer der wichtigsten Stimmen für eine wissenschaftliche Analyse von Design. Ab 1961 war Rittel Mitglied der Studiengruppe für Systemforschung in Heidelberg sowie Initiator und Leading Scientist zahlreicher Projekte u. a. für den Deutschen Bundestag, den Bundesrat sowie die OECD. Nach der Conference on Design Methods 1962 in London war Horst Rittel eines der Gründungsmitglieder des Design Methods Movement. 1963 erhielt er einen Ruf an die University of California, Berkeley, wo er 1967 an der Gründung der Design Methods Group sowie des „DMG Journal“ beteiligt war. Von 1973 bis 1990 war Rittel Direktor und Professor am Institut für Grundlagen der Planung an der Universität Stuttgart.
Drehli Robnik ist Essayist und Theoriedienstleister in Sachen Politik, Film & Geschichte sowie Edutainer, Disk-Jockey und Musikveranstalter (Sonntag’sdisco). (Mit-)Herausgeber von Büchern zu Siegfried Kracauer, zu den X-Men und zu Männergewalt im Domestic Thriller (2022, mit Joachim Schätz). Autor von Monografien zu Anti-Nazi-Widerstand, Jacques Rancière, Kontrollhorrorkino, Pandemie-Spielfilm sowie zu populärem Kino und Politik. 2024 erschien „Flexibler Faschismus. Siegfried Kracauers Analysen rechter Mobilisierungen damals und heute“.
Jens Röhm (1968–2010) studierte Visuelle Kommunikation an der HFBK Hamburg. Er arbeitete als Musiker und Filmtonmeister und war Mitbegründer des Komponistenkollektivs Nelly Boyd, das mit Musikern wie Alvin Lucier und Phil Niblock kooperierte.
Klaus Ronneberger (1950–2025) studierte Sozialpädagogik in Würzburg und arbeitete in einem alternativen Plattenladen. In Frankfurt am Main studierte er Kulturanthropologie und europäische Ethnologie, Soziologie und Politikwissenschaft. Nach langjähriger Mitarbeit am Institut für Sozialforschung in Frankfurt am Main war er als freier Publizist tätig. Obwohl er keine klassische akademische Karriere verfolgte, hatte Ronneberger erheblichen Einfluss auf die kritische Stadtforschung und stadtaktivistische Bewegungen. Er war Mitglied der Stadtforschungsgruppe „spacelab“, engagierte sich in Frankfurter Initiativen wie Nitribitt und Kanak Attak und war an Forschungsprojekten wie „Shrinking Cities“ beteiligt.
Michael Rottmann ist Kunst- und Medienwissenschaftler. Er studierte Kunsterziehung, Kunstgeschichte, Mathematik und Philosophie in Stuttgart, Wien und Berlin. Er war wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg sowie Kurator am mumok und der Technischen Universität Wien. Im Anschluss war er im DFG-Graduiertenkolleg „Schriftbildlichkeit“ an der Freien Universität Berlin tätig. Dort wurde er 2013 mit einer Dissertation zum Verhältnis der Kunst in New York um 1960 zur Mathematik promoviert. Er lehrte in Wien, Graz und Linz. Von 2018 bis 2022 war er Senior Researcher an der Hochschule für Gestaltung und Kunst Basel. michaelrottmann.org
Andreas Rumpfhuber ist Architekt und Theoretiker. Sein Forschungsschwerpunkt ist die sich verändernde ästhetische Praxis der Architektur in Relation zu neuen Ökonomien. Er war Gast- und Vertretungsprofessor u. a. an der Muthesius Kunsthochschule Kiel, der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart, der TU Wien sowie an der Akademie der bildenden Künste Wien. Zurzeit lehrt er am Institut für Architekturtheorie und Baugeschichte der Universität Innsbruck. ex-d.net/about
Joseph Rustom ist Architekt mit dem Forschungsschwerpunkt Stadtgeschichte. In Zusammenarbeit mit libanesischen Architekturbüros leitete er mehrere Konservierungs- und Sanierungsprojekte, darunter die Omari-Moschee und das Archäologische Museum der American University in Beirut sowie das Seifenmuseum in Saida. Er lehrte Stadtgeschichte und Kulturerbe an der Fakultät für Architektur der Libanesischen Akademie der Schönen Künste. Aktuell ist er Direktor der Bibliothek der Saint-Joseph-Universität Beirut.