Zaudern ums Gemeinwohl
Produktive Missverständnisse in der kooperativen Stadtentwicklung
Kooperative Stadtentwicklung ist ein Schlagwort der Stunde. Es steht für das Streben nach einer gerechteren, einer gemeinwohlorientierten Stadt. In neuen Partnerschaften – Public-Civic-Partnerships – arbeiten Akteur:innen aus Politik und Verwaltung mit Akteur:innen aus der Zivilgesellschaft zusammen. Gegensätzliche Praktiken der Stadtgestaltung führen in diesen Kooperationen zu Missverständnissen, Kontroversen und Unsicherheiten.
In diesem Buch erforschen die Autor:innen die Prozesse zweier außergewöhnlicher Experimente der kooperativen Stadtentwicklung in Berlin: das Haus der Statistik und den Rathausblock Kreuzberg. Dafür laden sie die beteiligten Akteur:innen zum Zaudern ein. Wenn Zaudern zur Methode wird, stützen Ambivalenzen die Zusammenarbeit, ersetzen Unsicherheiten die Konflikte und werden Kontroversen zwischen den Partner:innen sichtbar.
Das Buch präsentiert zugespitzte Thesen zur kooperativen Stadtentwicklung, ein Glossar der Missverständnisse sowie methodologische Reflexionen zur künstlerisch-ethnografischen Forschungsmethode und ihrer Einbettung in stadtanthropologische Diskurse. Für alle, die sich in der kooperativen Stadtentwicklung engagieren oder diese forschend begleiten wollen. Für eine gerechte Stadt der Vielen.